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Abstiegskrimi II: Copains 2 – KV Liestal 2
14.4.2010
Zum entscheidenden Spiel über Abstieg und Ligaerhalt reisten Alfredo, Oguz und Romeo mit einem Punkt Vorsprung nach Birsfelden. Romeo reiste dabei auf besondere Art an, denn er kam – mit leichter Verspätung - direkt (und damit meine ich wirklich direkt) aus Verona, wo er geschäftlich unterwegs war. Copains trat mit Patrick Rickli (7), Sasa Miloradovic (6) und René Heiniger (6) ebenfalls in Bestbesetzung an.


Im Hinspiel resultierte eine 4-6 Heimniederlage und um Copains in der Schlussabrechnung hinter sich zu lassen, benötigte man mindestens ein 5-5, wenn man den ungeliebten Gang in die 3. Liga abwenden wollte.

Der Abend war geprägt von Nervenkitzel und Anspannung, denn bereits in der ersten Runde gingen zwei Partien über die volle Distanz. Während sich Alfi überhaupt nicht auf Sasas Spiel einstellen und gerade einmal 11 Punkte verbuchen konnte, lief es für Romeo besser. Er gewann den ersten Satz gegen René knapp mit 11-9. René konnte ihm aber in der Folge sein Spiel aufzwingen und profitierte von Romeos Anspielfehlern, sodass er 2-1 in Führung ging. Höhere Konzentration und der längere Atem in den Ballwechsel brachten Romeo anschliessend verdient in den 5. Satz. Zum Schluss wurde er aber ein bisschen vom Wettkampfglück verlassen und liess sich zu häufig in die Defensive drängen, was René den Sieg einbrachte. Bei Oguz war die Nervenanspannung ebenfalls bemerkbar, denn er rackerte sich gegen Patrick richtig ab. Im Gegensatz zu Oguz’ 3-0 im Hinspiel begegneten sich dieses Mal beide auf Augenhöhe. In einer Partie mit vielen sehenswerten Ballwechseln konnte Oguz einen 1-2-Rückstand aufholen und verdient mit 3-2 siegen.

Auch in der zweiten Runde ging es zwei Mal in den fünften Satz. Lediglich Oguz gelang ein glatter 3-0 Sieg gegen Sasa, der kein Gegenmittel auf seine Aufschläge fand. Alfredo spielte gegen René gross auf und zeigte fantastisches Blockspiel. Bis zum Stand von 7-5 im Schlusssatz spielte er ruhig und konzentriert, ehe er sich anschliessend von den lautstarken (und zugegebenermassen zwischenzeitlich auch übertriebenen) Anfeuerungsrufen der Copains-Anhänger völlig aus dem Konzept bringen liess. Es gelang ihm genau noch ein Punkt und brachte René den zweiten Sieg über fünf Sätze an diesem Abend. Im Gegensatz zum Hinspiel (0-3 Niederlage) spielte Romeo gegen Patrick sehr gut mit. Dieser konnte sich auf Romeos Schnittwechsel nicht wirklich einstellen und vergab zudem einfache Chancen zu Punktgewinnen. Die logische Konsequenz war die 2-1-Führung von Romeo. Im Anschluss spielte er genau im selben Stil weiter, was ihm drei Matchbälle einbrachte. Beim Stand von 10-7 schien die Sache bereits gegessen zu sein, denn Patricks Topspin blieb am Netz hängen. Leider segelte der Ball dann nicht am Tisch vorbei, sondern fiel tödlich auf die Platte runter und rettete Patrick vor der Niederlage, denn er gewann den Satz noch in der Verlängerung und das Spiel schliesslich im 5. Satz, denn Romeo war aufgrund seines Pechs so von der Rolle, dass er gar nicht mehr in der Lage war, zu reagieren. Grundsätzlich muss man erwähnen, dass das Momentum an diesem Abend beim Heimteam war, denn bei engen Ballwechseln oder knappen Spielständen war es häufig ein Netz- oder Kantenball, der den Birsfeldern den Punkt einbrachte. Das änderte aber nichts daran, dass Copains vor dem „lebenswichtigen“ Doppel mit 4-2 führte.

Die Partie war von den Höhen und Tiefen beider Teams geprägt. Unspektakulär ging der erste Satz an Oguz/Romeo. Im folgenden Satz gab es zuerst ein Konzentrationsloch von Liestal: 10-3 für Copains. Sasa und René liessen sich nicht zweimal bitten und legten mit dem nächsten Konzentrationslücke nach: 10-10. Der Satz ging aber doch noch mit 15-13 an Copains. Im dritten Satz gab es Satzbälle für Romeo/Oguz, doch hier zeigte sich ein zu wenig flexibles Spiel ihrerseits und eine zu hohe Risikobereitschaft von Oguz, was Sasa/René zum 16-14 nutzten. Beim vierten Satz verschliefen sie aber den Start und Romeo/Oguz siegten zu 4. Im letzten Satz fanden die Liestaler erfreulicherweise die goldene Mitte zwischen Risiko und Sicherheit und siegten mit guten Angriffen 11-9.

3-4 vor der letzten Runde, es mussten also noch zwei Siege her, wenn man nächste Saison nicht eine Liga tiefer spielen wollte. Alfredo zeigte gegen Patrick gute Bälle, doch leider zog er zu häufig den kürzeren bei Patricks Angriffen und verlor 0-3. Gespielt wurde auf zwei Tischen, so waren alle Augen der 15 (!!) Zuschauer auf die Partie zwischen Romeo und Sasa gerichtet. Wir erinnern uns: Romeo führte im Hinspiel im fünften Satz mit 7-3 und konnte das Spiel dennoch nicht gewinnen! Der erste Satz ging an Sasa, der zweite an Romeo. Das Spiel war geprägt von Schupfbällen und Fehlern bei Angriffen. Die Nerven lagen blank, Taktik spielte auf beiden Seiten gar keine Rolle mehr. Romeo verlor den dritten Satz, denn wenn Sasas Angriffe kamen, fand Romeo nie ein Mittel dagegen. Noch ein Satz bis zum Abstieg: Ich versuchte Romeo den Ernst der Lage klar zu machen, denn mit Schupfen kann man sich meiner Meinung nach nicht in der 2. Liga halten. Mein Coaching zeigte offenbar Wirkung: Romeo spielte wie ausgewechselt und schoss sich mit einem 11-2 in den letzten Satz. Dort fand dann aber auch Sasa wieder besser ins Spiel, doch die Fehler häuften sich auf beiden Seiten, was die Ballwechsel gegen Ende des Spiels klar unter ein 2. Liganiveau fallen liess. Der Ball wurde nur noch über das Netz geschoben, ohne jegliches Risiko und vor allem mit der Angst den Fehler zu machen. Nachdem der Ball etwa 50 mal hin und her gespielt wurde, unterlief Sasa der Fehler und bescherte Romeo das 11-8! Die Liestaler waren also wieder zurück im Rennen und nun lag es an Oguz das Unentschieden zu holen. René war zeitweise mit Oguz’ schnittigem Spiel überfordert, doch wenn sein erster Topspin auf der gegnerischen Platte landete, machte René auch den Punkt. Oguz zeigte von Satz zu Satz eine variable Spielweise, worauf sich René nie einstellen konnte. Mit 12-10, 11-8 und 11-9 ging das letzte Spiel des Abends verdientermassen an Oguz und somit retteten sich unsere Mannschaftskollegen in Extremis vor dem Abstieg!

Fazit: Die Partien an diesem Abend waren sehr ausgeglichen, so endete das Spiel am Ende mit 21-21 Sätzen. Auch bei den Fünfsätzern war es ausgeglichen, dreimal ging der Sieg an Copains, dreimal an Liestal. Mann des Spiels war wieder einmal Oguz, der mit 3,5 Siegen den Weg zum erfreulichen Resultat ebnete. Dennoch würde ich Romeos Sieg gegen Sasa als Bigpoint des Abends bezeichnen, ohne den es nicht gereicht hätte.

Puh, ein sehr nervenaufreibender Abend der aber mit dem Nichtabstieg belohnt wurde! Herzliche Gratulation!

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